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  • January 02, 2019
  • 14 min to read

Schwarz Weiß Fotografie von Landschaften

Schwarz Weiß Fotografie von Landschaften

„Leg die schwarze Farbe beiseite“, durchbrach die Stimme die Stille. „Echte Künstler verwenden kein Schwarz auf ihren Farbpaletten“. „Schwarz ist mit keiner anderen Farbe vereinbar”, fügte er hinzu. „Es spricht für sich selbst“.

Die Farbe Schwarz ist in Wirklichkeit sehr ausdrucksstark. Manchmal sogar ausdrucksstärker als eine bunte Farbpalette.

Schwarz-Weiß-Fotografie hat etwas Geheimnisvolles und Schönes an sich. Fotografen können durch ruhige Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein realistisches Gefühl einer Landschaft bis ins kleinste Detail vermitteln.  

Und jedes Mal, wenn man ein Schwarz-Weiß-Foto betrachtet, bekommt man eine Gänsehaut, so als ob eine Kälte den ganzen Körper durchdrungen hat. Und für einen Moment ist man in Erinnerungen versunken. Entführt aus der Realität, mit viel Platz für die eigene Vorstellungskraft und Fantasie. Und manchmal fühlt es sich an, als wäre das innere Raum-Zeit-Gefühl abhandengekommen. Oder man entwickelt ein völlig neues Verständnis für das auf dem Foto festgehaltene Motiv. Egal, welches Gefühl einen überkommt, zeitgenössische Fotografen und Künstler finden trotz der Abwesenheit von Farben dennoch Wege, um atemberaubende Bilder zu kreieren, die ausschließlich auf Licht und Kontrast beruhen.  

Für viele Fotografen stellt die Aufnahme eines gelungenen Schwarz-Weiß-Landschaftsfotos eine echte Herausforderung dar. Aber was ist das Besondere an der Monochrom-Fotografie, das Menschen dazu drängt, solch fotografische Meisterwerke überhaupt erschaffen zu wollen?  

In seinem Artikel "The Modern Masters of Black and White Landscape Photography" stellt Dan Richard fest, dass Fotografen viel mehr an einem Objekt selbst interessiert sind als an dessen Farbe, Farbschattierung und -ton. Mit anderen Worten, die verborgene Kraft steckt in Textur und Form, in Helligkeit und Leuchtkraft. Laut David Fokos, einem weltbekannten Fotografen, ist es besser, Bilder im RAW-Format und als monochromes JPEG aufzunehmen, um sie anschließend auf dem LCD-Bildschirm in Schwarz-Weiß zu betrachten.

Es gibt ein einfaches Verfahren für die digitale Schwarz-Weiß-Fotografie: Du musst keine monochromen Aufnahmen machen, um Schwarz-Weiß-Fotos zu erstellen, sondern kannst farbige Fotos schießen, anschließend Kopien davon anlegen und diese nach der Übertragung der Dateien auf deinen Computer in Schwarz-Weiß-Fotos umwandeln.  

Gibt es bei einer monotonen Landschaft etwas Besonderes zu beachten?

Das hängt vom Betrachter ab. Wenn du ein Profi auf dem Gebiet der Landschaftsfotografie bist, solltest du auf Hell-Dunkel-Kontraste, die Kameraperspektive und sonstige wichtige fotografische Details achten. Als einfacher Betrachter hingegen ist der wichtigste Aspekt in der Regel die gesamte Bildkomposition, gewissermaßen die Schönheit und Unverwechselbarkeit des Bildes.

Denk jedoch daran, dass in der Fotografie verschiedene Stile existieren.  Einige Aufnahmen wirken in Farbe viel fesselnder als in Schwarz-Weiß und umgekehrt.

Beispielsweise sieht eine Farbfotografie von roten Blumen vor einem grünen Hintergrund sehr ausdrucksstark aus. Hingegen erscheinen die Farben Rot und Grün auf der Schwarz-Weiß-Version desselben Fotos als ein und derselbe Grauton.

Die Welt in Schwarz und Weiß zu porträtieren erfordert einiges an Übung. In aller Regel wirst du feststellen, dass bei der Aufnahme eines Objektes der Kontrastumfang des Schwarz-Weiß-Bildes höher sein sollte als der Kontrastumfang des Farbbildes. Nimm dieselbe Szene oder dasselbe Objekt zweimal auf: Zuerst in Farbe und im Anschluss in Schwarz-Weiß. Beide Bilder können auf dem LCD-Bildschirm der Kamera direkt miteinander verglichen werden.

JPEG oder RAW-Format?

Bilder können in verschiedenen Formaten gespeichert werden. Die Wahl des Formats hängt davon ab, was man mit den Bildern machen möchte.

Der Großteil des Bildrauschens wird beim Speichern auf der Speicherkarte von der Kamera unterdrückt. Jedoch dauert die Rauschunterdrückung genauso lange wie die Belichtung selbst. Wenn das Bild beispielsweise zwei Minuten belichtet wurde, vergehen weitere zwei Minuten, in denen die Kamera die Rauschunterdrückung vornimmt, bevor du das fertige Bild auf dem Bildschirm zu Gesicht bekommst. Du musst dich gedulden, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist, bevor du mit dem Fotografieren fortfahren kannst.

Tipps zur Schwarz-Weiß-Fotografie von einem weltweit ausgezeichneten Fotografen

Mitch Dobrowner, ein Landschafts- und Sturmfotograf, jagt seit mehr als acht Jahren Naturphänomenen hinterher. Seit 2009 reist er jeden Sommer durch die Vereinigten Staaten, um sogenannte Superzellengewitter und atemberaubende Landschaften auf Fotos festzuhalten. Seine Arbeiten veranschaulichen die Superkräfte der Natur sowie ihre Einzigartigkeit und beeindruckende Schönheit.

Er fotografiert stets in Schwarz-Weiß. Da Sensoren viel mehr erfassen können als das menschliche Auge, beschloss Mitch, seine Kamera zu modifizieren. Sie zeichnet nunmehr auf, was der Sensor tatsächlich "sieht" – anstelle der vom Hersteller voreingestellten Konfiguration.

Wahrscheinlich sind es die vielfältigen Schraubfilter (welche er je nach Licht und Umgebung einsetzt), die den Landschaftsaufnahmen ihr hypnotisches Aussehen verleihen.   

Was ist dein Lieblingsfoto?

Shiprock Storm

Wo ist die Aufnahme entstanden?

Im Indianerreservat "Navajo Nation" in New Mexico

Welche Ausrüstung hattest du dabei?

Sony R1

Kannst du irgendwelche Ratschläge an Fotografen erteilen, die versuchen, etwas Ähnliches einzufangen?

Seid mit Leib und Seele dabei und bleibt hartnäckig, um Tiefpunkte hinter euch zu lassen und entledigt euch sämtlicher Dinge, die sich eurer Meinung nach negativ auf eure Fähigkeiten auswirken. Wenn du dir das zu Herzen nimmst, kannst du all die Dinge erreichen, die du dir vorgenommen hast. Und man entwickelt dieses Gefühl von „Wow, ich habe es wirklich geschafft… niemand weiß, was dafür nötig war“. Darum geht es meiner Meinung nach in der Kunst.

Warum jagst du Gewitterstürmen hinterher? Und was empfindest du beim Anblick eines solch mächtigen Naturphänomens?

Worte reichen nicht aus, um ein solches Fotografie-Erlebnis mit seiner immensen Kraft und Schönheit zu beschreiben. Jeder Trip ist ein Abenteuer, da ich nicht weiß, was mich erwartet. Im Laufe der Zeit bin ich dazu übergegangen, diese Stürme als lebendige, atmende Wesen wahrzunehmen. Sie entstehen, wenn die Bedingungen stimmen, sie gewinnen an Kraft, während sie wachsen, sie kämpfen gegen ihre Umgebung an, um am Leben zu bleiben, sie verändern ihre Form, während sie altern… und schließlich sterben sie. Diese Stürme nehmen so viele verschiedene Aspekte, Persönlichkeiten und Gesichter an, für die ich sie bewundere. Der Anblick solcher Gewitter ist atemberaubend... und ich bin einfach nur überglücklich, mit dabei zu sein – egal ob ich in dem Moment Fotos schieße oder nicht – denn man sieht Mutter Natur von ihrer besten Seite.

Gab es schon mal gefährliche Momente?

Das eine Mal in Utah, als ich im Needles District des Canyonlands National Park die Orientierung verlor. In der Abenddämmerung erklomm ich eine Felswand, schaute auf mein Navi und dachte mir: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auf dem Hinweg hier lang gekommen bin“. Plötzlich sah ich 2 Pfadfinderinnen, die etwa 10 Meter entfernt von mir bergab liefen und dabei ein Liedchen sangen. Ich hatte mich beim Ablesen der Routenanzeige auf meinem Navi um wenige Meter verschätzt. Ich rief zu ihnen hinüber, dass sie einen Moment warten sollten, kletterte zurück auf den Pfad und wir liefen gemeinsam zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.

Was sind für dich wesentliche Aspekte der Schwarz-Weiß-Landschaftsfotografie?

Sie gestattet mir, das Erlebte für Andere begreifbar zu machen.

Welche Art von Fotografie ist ausdrucksstärker: Farb- oder Monochrom-Fotografie?

Monochrom, denn Farbe ist mir zu "alltäglich". Meine Augen nehmen die Welt die ganze Zeit über in monochromen Tönen war. Als Fotograf "sehe" und kommuniziere ich in Schwarz & Weiß. Es gestattet mir die Welt so zu porträtieren, wie ich sie mir in meiner Fantasie vorstelle.

Vervollständige folgenden Satz: Ich liebe Fotografie, weil…

… ich durch meine künstlerischen Arbeiten vermitteln kann, wie ich die Welt wahrnehme.


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